Nach 75 gewanderten Kilometern setzen wir heute unsere Reise fort, Ziel für die nachsten Tage ist Lissabon. Bezüglich des Verkehrsmittels gehen wir heute fremd: da wir keinen Interrail-Reisetag mehr frei haben, entscheiden wir uns dafür, mit dem Bus nach Lissabon zu fahren. Dort haben wir uns aus unterschiedlichen logistischen Gründen ein Auto gemietet, was eigentlich ganz lässig klingt, aber eigentlich eine aufregende Sache ist.
Bahnhof Oriente
Die Busfahrt dauert vier Stunden - das klingt erstmal lang, kommt mir aber sowohl zu Beginn wie auch zum Ende der Fahrt, wie eine kurze Strecke vor. Das ist wohl alles eine Sache der Perspektive. Vom Busbahnhof Oriente müssen wir dann noch zur Autovermietung an den Bahnhof Santa Apolonia, eigentlich eine Sache von 25 Minuten mit dem Statdbus. So sagt es jedenfalls Google Maps (Reisepartner des Vertrauens, auch wenn man das vielleicht doof findet) und auch der Aushang an der Haltestelle. Leider kommt der Bus aber nicht. Wir steigen in eine andere Linie mit dem gleichen Ziel - wie sich herausstellt aber mit einer anderen Route. Vielleicht die Rache des Interrail-Gotts, wir hatten uns auch hier gegen die Schiene entschieden.
Lange Stadtrundfahrt : die 759
Leider hatten wir in Oriente auf Anhieb keine Toiletten gefunden. Dass die andere Route mehr doppelt so lange nach Santa Apolonia brauchen würde, war dabei allerdings nicht eingeplant. Wir springen irgendwann aus dem Bus, eine wahllose Haltestelle in McDonald's-Nähe. Eine wohltuende Zwangspause, obwohl wir für die Autovermietung schon über eine Stunde zu spät sind.
Ich bin aber wahrscheinlich die einzige, die sich deswegen Sorgen macht. Der Mann am Schalter organisiert uns ruhig und kompetent den Wagen und ich darf mich der Herausforderung des portugiesischen Verkehrs stellen. Das klappt eigentlich ganz gut, auch wenn ich langsam die Spuren der gestrigen Wanderung und heutigen Reise deutlich spüre.
Der Interrail-Gott setzt aber noch eins drauf. Auf dem Weg zur Unterkunft winkt uns ein schwer bewaffnetes Polizeikommando zur Seite. Der Polizist redet einige portugiesische Dinge, dann frage ich ihn mit möglichst authentischem Genuschel Fales ingles? Er bittet um meinem Passport, den er mit einem Kollegem sehr genau inspiziert, sie scheinen aber nicht zu finden, was sie suchen. Eigentlich hatten sie wohl das englische Wort für Führerschein gesucht, damit klappt es dann nämlich besser. Die Einladung zum Alkohol-Test nehme ich motiviert-enthusiastisch an, schließlich habe ich das noch nie gemacht, hoffe aber trotzdem, dass der Veggie-Burger keine geheime alkoholische Zutat hatte. Nach bestandenem Test fragt der Polizist noch, ob uns Portugal gefällt, für uns sei es ja Urlaub, für ihn Arbeit. Have a nice holiday - thanks, have a good work day. Ich winke und wir fahren nach einem kuriosen Tag in unsere super schöne Unterkunft nach Vila France de Xira.
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